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Rauchmelder retten Leben

Die Vorschrift für Haus und Wohnung: Rauchmelderpflicht in Bayern

Wichtige Informationen rund um die lebensrettenden Warnmelder

Rauchmelder haben dazu beigetragen, die Zahl der Brandtoten in Deutschland zu reduzieren. Darum haben zu 2016 weitere Bundesländer die Einbaupflicht eingeführt. Ein Rauchmelder kann Leben retten. Fast alle Todesopfer bei Wohnungsbränden sterben nicht durch die Flammen, sondern an einer Rauchvergiftung - das laute Signal der Warngeräte verschafft wichtige Sekunden zum Flüchten und Hilfe holen. Die Rauchmelderpflicht in Bayern ist jetzt Fakt. Der Einbau von Rauchwarnmeldern ist seit dem 2013 in Neubauten gesetzlich verpflichtend. Für die Nachrüstung bestehender Wohnungen lief eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2017.

Der Absatz lautet: (4) In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, die zu Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Die Eigentümer vorhandener Wohnungen sind verpflichtet, jede Wohnung bis zum 31. Dezember 2017 entsprechend auszustatten. Die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft obliegt den unmittelbaren Besitzern, es sei denn, der Eigentümer übernimmt diese Verpflichtung selbst.

Wie viele Rauchmelder müssen in einer Wohnung installiert werden?

Vorgeschrieben ist laut Gesetz mindestens 1 Rauchmelder in jedem Kinderzimmer, jedem Schlafzimmer und jedem Flur, der eine Verbindung zu Aufenthaltsräumen hat.

Wer ist für Einbau und Wartung der Rauchmelder zuständig?

Zuständig für den Einbau der Rauchmelder sind die Eigentümer der Wohnungen. (Eigentümer sind in der Regel die Vermieter) Der Besitzer der Wohnung (in der Regel die Mieter) ist für die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft der Rauchmelder zuständig, es sei denn, der Eigentümer (Vermieter) übernimmt die Wartung selbst. Für diesen Fall kann er die anfallenden Kosten im Rahmen der jährlichen Nebenkostenabrechnung auf den Mieter umlegen.

Wo müssen die Rauchmelder installiert werden?

Bei Wohnungsbegehung muss auf Fehlalarme geachtet werden, dazu gehören Heizkörper, Holz- und Kohleöfen und der Backofen und Herd. Ins Bad kommt keiner wegen der heißen Dämpfe; dafür ins Wohnzimmer und – unverzichtbar - ins Schlafzimmer. Denn statistisch gesehen ersticken die meisten Opfer eines Brandes im Schlaf, wegen des eingeatmeten Rauchs; auch in jeden Gang muss einer – denn dieser zählt als Fluchtweg, der ins Freie führt. Der Eigentümer der Mietwohnung ist zum Einbau der Rauchmelder verpflichtet und muss ihn auch bezahlen. Dafür darf er die Betriebskosten der Wohnung oder die Miete um elf Prozent der Kosten des Einbaus erhöhen – was bei einem Montagepreis von 200 Euro umgelegt 22 Euro pro Jahr wären. Rauchmelder-Fabrikate gibt es unzählige. Am besten, man entscheidet sich für ein höherwertiges Modell mit fest eingebauter Batterie, denn dieser kann eine Zehn-Jahres Batterie haben. Das hat den Vorteil, dass sie nicht getauscht werden muss. Es gibt verschiedene Farben, passend fürs Ambiente. Wer unsicher ist, ob seine Rauchmelder wirklich die richtigen sind, kann sich beim Kauf an die Q-Level-Zertifizierung halten, erkennbar an einem Q-förmigen Logo innerhalb des Geräts. Diese Fabrikate sind noch mal zusätzlich von Brandschutzexperten getestet.

Wie lange ist die Lebensdauer eines Rauchmelders?

Rauchmelder sollten nach maximal 10 Jahren ausgetauscht werden. Ein Rauchmelder gibt mit einem Signalton zu erkennen, wenn ein Batteriewechsel ansteht. Außerdem sollte man öfters selbst überprüfen, ob das Gerät noch funktionsfähig ist. Dazu sollte man zumindest einmal im Monat den Testknopf drücken. Rauchmelder mit Langzeitbatterien (Lithiumbatterien) können normalerweise 10 Jahre lange durchgehend im Betrieb bleiben, ohne dass die Batterie ausgetauscht werden muss. Nach Ablauf dieser Zeit sollten Sie jedoch nicht die Batterie wechseln, sondern gleich den gesamten Rauchmelder entsorgen.

Für die Versicherung muss die Funktion einmal im Jahr protokolliert werden.

Das Anbringen allein reicht nicht, denn Rauchmelder müssen regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Die meisten Geräte haben dazu einen Knopf auf der Unterseite. Drückt man diesen, dann piept der Melder zur Probe. In Bayern ist die Wartung die Aufgabe des Bewohners; er kann  damit aber auch einen Techniker beauftragen. Die Bayerische Bauordnung schreibt vor, dass Rauchmelder einmal pro Jahr gewartet werden müssen und diese Wartung muss auch dementsprechend dokumentiert werden. Es muss daraus abzulesen sein: Wer hat gewartet, wie hat er gewartet und an welchem Tag hat er gewartet. Sonst kann die Gebäudeversicherung  Abstriche bei der Bezahlung des Brandschadens machen - was neben einer ausgebrannten Wohnung noch ein weiteres Unglück wäre. Wenn es zu einem Brand gekommen ist, springen in der Regel die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung ein. Nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherer (kurz: GDV) sogar dann, wenn keine Rauchmelder eingebaut wurden: Es müsse keine Verweigerung von Leistungen befürchtet werden, da Rauchmelder zum Schutz von Menschenleben eingebaut werden müssen und nicht für das Verhindern von Sachschäden. Nichtsdestotrotz können die Versicherungen in einem solchen Fall ihre Leistungen kürzen, da die gesetzlichen Bestimmungen missachtet wurden.

Wie vermeide ich einen Fehlalarm?

Der Berliner Feuerwehr zufolge sind Fehlalarme beispielsweise durch Zigarettenqualm oder Deodorants äußerst selten. Allerdings sollten die Geräte vorsorglich ausgeschaltet werden, wenn in der Wohnung etwa eine Party mit vielen Rauchern oder Bauarbeiten mit starker Staubentwicklung anstehen. Außerdem sollten sie laut Feuerwehr nicht in der Küche oder im Badezimmer angebracht werden, da beim Kochen oder Duschen viele Partikel in die Luft gelangen und so falschen Alarm auslösen können. Die Zahl der Fehlalarme ist übrigens laut Feuerwehrverband seit Einführung der Rauchmelderpflicht nahezu konstant geblieben.

Wie werden die Geräte richtig angebracht?

Folgende Punkte bei der Anbringung der Rauchmelder sind zu beachten:

  1. Installiere den Rauchmelder immer an der Zimmerdecke, nicht an der Wand, da der Rauch nach oben steigt.
  2. Der Rauchmelder wird am besten in der Raummitte montiert und befindet sich idealerweise mindestens 50 cm von den Wänden entfernt sein
  3. Er sollte sich außerdem in waagrechter Position befinden, ansonsten besteht die Gefahr, dass der Rauch einfach durchzieht, ohne einen Alarm auszulösen
  4. Bei Dachschrägen muss der Melder ebenfalls waagrecht installiert werden. Neigungen bis zu 20 Grad sind jedoch möglich
  5. Auch solltest du den Rauchmelder bei Dachschrägen mit einem Winkel von über 20 Grad, nicht in der Dachmitte anbringen. Es könnte sich ein Wärmepolster bilden, der verhindert, dass Rauch eindringt. Empfohlen wird die Installation mindestens 0,5 Meter und maximal 1 Meter entfernt von der Deckenspitze.
  6. Außerdem sollten Räume mit starker Zugluft und Lüftungsschächte vermieden werden
  7. Beachtet bei L-förmigen Räumen mit bis zu 60 m2, dass der Rauchmelder in der Mitte der Gehrungslinie des Ls angebracht wird. Ist der L-förmige Raum größer als 60 m2 sollte jeder Schenkel als eigenständiger Raum betrachtet werden und in jedem Schenkel ein Rauchmelder installiert werden.

 

Ist eine Fernauslesung zur Betriebsbereitschaft bei Rauchwarnmeldern zulässig?

Eine  Fernauslesung  widerspricht  nicht  der  baurechtlichen  Regelung;  eine  derartige  Überprüfung der   Betriebsbereitschaft   von   Rauchwarnmeldern   ist   aber   gesetzlich   nicht verlangt.

Muss die Betriebsbereitschaft z.B. in Ferienwohnungen auch bei Abwesenheit der Nutzer gewährleistet sein?

Rauchwarnmelder sollen ausschließlich Personen warnen, die sich in der von einem Brand  betroffenen  Wohnung  aufhalten.  Rauchwarnmelder  sind  weder  geeignet,  noch  dazu  bestimmt, Sachwerte zu schützen oder einer Brandausbreitung vorzubeugen. Es ist deshalb ausreichend, die  Betriebsbereitschaft der Rauchwarnmelder  für  die  Zeit  sicherzustellen,  in  der  die  Wohnung  genutzt  wird;  dies  kommt jedoch nur in Betracht, wenn es technisch möglich ist.

Müssen Rauchwarnmelder vernetzt werden?

Bei einer Vernetzung werden mehrere Rauchwarnmelder so miteinander verbunden, dass  alle  Melder einen Sammelalarm erzeugen, wenn ein Gerät Rauch meldet. Eine Vernetzung der Rauchwarnmelder ist baurechtlich nicht gefordert.

Wie können hörgeschädigte oder gehörlose Personen den Alarm der Rauchwarnmelder erkennen?

Es gibt  verschiedene  Möglichkeiten für hörgeschädigte Personen und Gehörlose, einen Rauchwarnmelder zu nutzen. Das können spezielle Melder sein, die  mit Blitzeinrichtungen und/oder Rüttelkissen verbunden werden. Sind    herkömmliche Rauchwarnmelder installiert, können separate Geräte zugekauft werden, die das akustische Signal im jeweiligen Raum „hören“ und in ein optisches   Signal und/oder einen Vibrationsalarm umwandeln.

Wer haftet bei einem Fehlalarm?

Zunächst gilt es zu beachten, ob der Rauchmelder mit der Feuerwehrleitstelle verbunden ist. Denn in diesem Fall wird der Rauchmelder rechtlich wie eine Brandmeldeanlage gewertet. Wird dann ein Alarm ausgelöst, weil der Mieter seine Obhutspflicht verletzt hat, kann es sein, dass er die Kosten für den Feuerwehreinsatz übernehmen muss. Die Obhutspflicht wird beispielsweise dann verletzt, wenn das Kochverhalten zu übermäßiger Rauch-, Dunst- oder Hitzentwicklung führt und dadurch ein korrekt angebrachter und funktionierender Rauchmelder den Feueralarm auslöst (LG Frankfurt/Main, Urteil v. 8.9.2015, 2-11 S 153/14).

Die meisten Rauchmelder sind aber nicht mit der Notrufzentrale verbunden, sondern geben ein lautes Piepen von sich, wenn Rauch in ihre Messkammern gelangt. Wenn nun die Nachbarn einen Notruf absetzen, es sich aber um einen Fehlalarm handelt, muss weder der Mieter noch der Nachbar für den Feuerwehreinsatz oder eventuelle Schäden, die beim Aufbrechen der Wohnungstür durch die Feuerwehr entstanden sind, aufkommen. Denn in einem solchen Fall gab es Anhaltspunkte, dass in der Nachbarwohnung ein Notfall vorliegt – der Nachbar hat also richtig gehandelt (LG Berlin, Urteil v. 26.1.2011, 49 S 106/10; AG Hannover, Urteil v. 20.4.2007, 537 C 17077/05).

Richtiges Verhalten im Brandfall

Achtung Feuergefahr: Wohnungsbrand vorbeugen!

Viele Familien leben zwischen Brandgefahren, ohne davon zu wissen. Schäden könnten vermieden werden. Aber die wenigsten wissen, wie man Feuer im Haus richtig vorbeugt. Jeder vierte Wohnungsbrand in Deutschland entsteht durch defekte elektrische Haushaltsgeräte und leicht entzündliches Material. Das muss nicht sein. Jährlich sterben in Deutschland rund 600 Menschen bei Bränden, 70 Prozent davon zwischen 23.00 und 7.00 Uhr. In dieser Zeit schlafen die meisten Menschen und nachts ist der Geruchssinn ausgeschaltet. Das bedeutet, dass man bei einem Feuer den Brandgeruch nicht wahrnehmen kann.

Verhalten beim Wohnungsbrand

Ein großes Risiko ist das falsche Verhalten der Bewohner. Wer vor einem Brand aus einem Raum oder einer Wohnung flieht, muss die Türen hinter sich schließen. Durch geöffnete Türen kann sich der Rauch ausbreiten und damit andere Menschen gefährden. Wer sich in einer Wohnung befindet und beim Öffnen der Tür Rauch im Flur bemerkt, sollte die Tür unbedingt rasch wieder schließen und nicht versuchen, durch den Rauch zu fliehen, denn das kann lebensgefährlich sein. Brennt es im Flur, heißt das: Tür zu, Feuerwehr alarmieren und sich dann am Fenster bemerkbar machen. In der Wohnung sind Sie am sichersten, bis die Feuerwehr eintrifft. In Großstädten sollte sie in weniger als zehn Minuten am Brandort ankommen.

Brand in der Küche

Schnell kann es passieren, dass sich in der Küche eine Pfanne mit heißem Fett entzündet. Ein solcher Fettbrand darf niemals mit Wasser in Berührung kommen, da dies zu einer Explosion mit sehr großen Stichflammen führen kann. Am besten und einfachsten ist es, den Deckel auf den Topf oder die Pfanne zu legen. Gut ist auch eine Löschdecke, wenn sie greifbar ist. Notfalls kann auch mit einer mehrfach gefalteten Sofadecke der Brand abgedeckt werden. Durch das Abdecken wird das Feuer erstickt. Wenn die Flammen erloschen sind: Herd ausschalten, Topf herunter nehmen. Dann ist die Gefahr beseitigt.

Vorbeugender Schutz

Um sich zu Hause vor den Gefahren von Bränden zu schützen sind Rauchmelder besonders wichtig. Außerdem kann man sich eine Löschdecke und einen Feuerlöscher sicherheitshalber bereit stellen. Als Feuerlöscher sind Wasserlöscher zu empfehlen, da damit rund 80 Prozent aller Wohnungsbrände gelöscht werden können. Ein Pulverlöscher ist zwar sehr wirksam, wenn er jedoch in der Wohnung ausgelöst wird, muss anschließend alles renoviert werden. Geräte im Standby sind zwar jederzeit zu nutzen, ihr Dauerbetrieb kann aber fatale Folgen haben. Zum Beispiel, wenn sich im Fernseher oder Computer die Hitze staut. Niemand sollte das Bügeleisen auch nur kurze Zeit auf dem Brett stehen lassen. Hitzestau und alte Kabel könnten einen Brand auslösen. Defekte Kaffeemaschinen schließen kurz, zum Beispiel wenn der Thermostat versagt. Ihr Kunststoff brennt wie Zunder und entflammt sehr schnell die ganze Küche. Heizkissen spenden Wärme, aber wenn es Störungen gibt, hat man Glück, wenn die verschmorten Drähte nur für etwas Mief beim Wachwerden sorgen. Kommt eine Lampe zu nah an leicht entzündliche Gardinen, können sie Feuer fangen. Im Brandfall sollten Sie sofort flüchten! Gefährliche Stichflammen drohen.

Brandgefahr verringern

Am besten nimmt man alle elektrischen Geräte jeden Abend vom Netz. Hilfreich sind dabei Mehrfachsteckdosen mit Ein-Aus-Schalter, dann muss man nicht immer alle Stecker einzeln herausziehen. Bei Fernsehgeräten, die in einer Anbauwand integriert sind, muss die Lüftung für den Fernseher immer gewährleistet sein, damit er nicht zu heiß wird. Außerdem sollten Sie ihn immer ausschalten, wenn Sie nicht fernsehen. Liegt der Stecker auf der Rückseite des Fernsehers, können Sie auch eine Steckerleiste mit Ein-Aus-Schalter nutzen. Auf jeden Fall ist ein Fernseher im Standby-Modus immer eine Gefahrenquelle. Teppichboden aus Mischgewebe ist nicht leicht entflammbar. Gefahr birgt jedoch reine Acrylware. Sie brennt sehr leicht und gehört möglichst schnell in den Sondermüll. Beim Gardinenkauf erkennen Sie die Schwer­Entflammbarkeit am Etikett. Lassen Sie es sich beim Kauf zeigen. Die CS-Norm steht für Brand-Sicherheit. Leichtes Polyester und schwere Wolle brennen kaum. Beim Teppichkauf hilft nur fragen, denn Teppiche tragen oft kein Etikett. Auch hier ist Wolle sicherer. Beim Teppichboden geben Siegel Auskunft. Achten Sie auf den kleinen Vermerk \"T-a\" - diese Ware brennt am schwersten.

Neugierde ist auch bei Matratzen und Möbeln wichtig. Ob die Füllung brennt, weiß meist nur der Hersteller, selten der Händler. Etiketten zeigen keinen Brandhinweis. Ihr Händler sollte beim Hersteller nachfragen. Reine Baumwollstücke sind oft gefährlich. Ist noch Vlies eingearbeitet, ist die Brandgefahr am größten.

Datum: 29.01.2018