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Ostern - Das Fest der Christen und des Fruehjahrs.

Ostern – Das höchste christliche Fest in unserem Jahreskreis. 

Österliches Brauchtum und Traditionen vom Festtagstisch bis zum Familientreffen.

Der Ursprung unserer Kultur und Geschichte sowie unseres Glaubens liegt eng verbunden und begründet auf dem Osterfest. Das christliche Abendland gibt uns Werte und das Wertempfinden, die gerade in dieser Zeit des schnellen Wandels und den Einflüssen der Globalisierung an Aktualität gewinnen. Das heißt für uns, zu verstehen wie wichtig es ist diese Werte und Grundlage unserer Gesellschaft an unsere Kinder weiterzugeben und zu vermitteln. Pflegen wir unsere Bräuche, unseren Glauben und die Traditionen, die Inhalt unseres Zusammenlebens sind.

Schon seit einigen Wochen stimmen uns Dekoideen, Frühjahr und Spezialitäten auf den Höhepunkt des Kirchenjahres ein und zugleich das Ende der seit Aschermittwoch andauernden Fastenzeit: Das Osterfest. Der Ursprung des Festes liegt in der Auferstehung Christi. Die Zeit bringt es leider so mit, dass der Grund und die Bedeutung des Osterfestes zunehmend nicht mehr geläufig ist. Viele können nicht mehr auf die Frage antworten: „Was wird Ostern gefeiert und warum gibt es Ostern?“

Neben den christlichen Kirchen sind auch einige alte Volksbräuche festgehalten, wie z. B. selbst Eier bemalen, Geschenke zu besorgen, aber nur in kleinerer Form, Grußkarten schreiben, Osterfeuer besuchen oder sich zum Schlemmen zu verabreden. Das Osteressen und die Ostertafel steht an den Feiertagen ganz besonders im Mittelpunkt. 

Ostern ist im christlichen Kirchenjahr das wichtigste Fest, das den Tod und die Auferstehung von Jesus feiert. Aber Ostern ist auch Frühlingsanfang, Brauchtum und vor allem die Zeit traditionsreicher Speisen und ausgiebiger Festtagsessen.

Mit dem Osterfest endet die am Aschermittwoch beginnende Fastenzeit, während der man über 40 Tage lang keine fleischlichen Speisen zu sich nehmen und freiwillig auf allen Luxus wie Alkohol und Süßes verzichten sollte. Während der Feiertage genießt man vielerorts üppige Spezialitäten an Ostern und das gemeinsame Festmahl mit der Familie und Freunden.

Der Gründonnerstag symbolisiert den Tag des letzten Abendmahls von Jesus und seinen Jüngern, bevor er von Judas verraten und von den Römern gefangen genommen wurde. Ein alter Brauch besagt, dass am Gründonnerstag vor allem Grünes gegessen wurde, weshalb man an diesem Tag die ersten frischen Kräuter sammelte, um nach den langen Wintertagen, die ganze Energie des Frühlings zu sich zu nehmen. In den Gärten und Wäldern wächst jetzt schon der erste zarte Bärlauch, der Rosmarin beginnt bereits zaghaft zu blühen und Spinat, der so früh im Jahr Saison hat, wird am Gründonnerstag gerne gegessen.

Der Karfreitag ist der Tag, an dem Jesus sein Kreuz auf den Ölberg trug und dort gekreuzigt wurde. Es ist der Tag, an dem traditionell kein Fleisch sondern nur Fisch gegessen wird. Einst stand vor allem Kabeljau auf dem Speisezettel, der in küstenfernen Gebieten aber hauptsächlich als Stockfisch (an der Luft getrocknet) oder als Klippfisch (durch starkes Einsalzen getrocknet) zu deftigen Eintöpfen verkocht wurde. Heute isst man gerne leichte Gerichte von einheimischen Fischen, wie Bärlauchpasta mit Tatar vom Saibling oder frische Forelle und Zander. In die Frühlingszeit würde eine frische Pasta mit Bärlauch und Saiblingstatar passen.

Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe und der Vorbereitung auf den Ostersonntag. Traditionell werden an diesem Tag die Osterfladen, das Osterlamm aus Biskuitteig und der Osterzopf gebacken, die es am Ostersonntag allerorts gibt.

Außerdem ist der Karsamstag der Tag der großen Osterfeuer, die in der Nacht zum Sonntag entzündet werden. Dieser Brauch ist sehr alt und soll den Winter und seine bösen Geister vertreiben.

Der Ostersonntag als kulinarisches Frühlingserwachen, ist der Festtag, an dem Jesus Auferstehung gefeiert wird. Es ist ein fröhlicher Tag, verspricht er doch mehr, als ein trauriges Ende. Traditionelles Osterlamm, zarter Hasenbraten, feine Osterschinken und deftige Pasteten – am Ostersonntag darf endlich wieder Fleisch gegessen werden.

Nicht nur Kinder lieben die Tradition des Osterhasen und der bunt gefärbten, oft reich verzierten Ostereier. Schon im heidnischen Brauchtum waren Eier ein Symbol für den Frühling und die Fruchtbarkeit. Laut christlicher Tradition wurden die Eier, die während der Fastenzeit nicht gegessen wurden, durch Kochen haltbar gemacht und an Ostern zur Eierweihe in die Kirche getragen.

Jedes Jahr an Ostern freut man sich auf das traditionelle Osteressen, ebenso wie auf den Besuch von Familie und Freunden an den Feiertagen. Ostereier werden versteckt, gesucht und gefunden, Schokoladen Osterhasen werden in allen Größen genascht und in den Mund geschoben und auch die bunten Zuckereier finden begeisterte Abnehmer. 

Damit das Osterfest in der Küche nicht in Stress ausartet, sollte man sich rechtzeitig überlegen, was man seinen Gästen als Osteressen anbieten möchte. Am Karfreitag gibt es natürlich nur Fisch, aber am Ostersonntag und den übrigen Tagen, darf ein richtiges Osterlamm nicht auf der Speisekarte fehlen. 

Unsere Wirte und Gaststätten bieten auch den Service für zu Haus. Das Catering wird immer beliebter, so dass wir mehr Zeit für das familiäre Miteinander haben. Ein Anruf beim Wirt unseres Vertrauens genügt und wir können uns das Festtagsessen fertig nach Haus holen oder auch liefern lassen. Angenehm ist es, sich bei unseren Wirten in den Gasthäusern, Restaurants zu treffen und rechtzeitig zu reservieren.

Im Anschluss kann man sich gesättigt und zufrieden für ein Nickerchen aufs Sofa legen und sich schon mal auf den Nachmittagstee mit Osterbrot, Osterzopf und Osterkuchen freuen.

Ostern – Das Frühlingsfest.

Symbole, Bräuche und Genuss in Bayern und in Deutschland.

Der Brauch der Heiligen Gräber, mit das Schönste, was die katholische Kirche im Zusammenhang mit dem Osterfestes besessen hat, ist immer seltener zu finden. Man kann aber die liebevoll hergerichteten Grabstätten finden. Das eindrucksvollste Ostergrab dürfte ist noch in Höglwörth bei Anger aufgebaut. In einer biblischen Scheinlandschaft bewachen Figuren den schlafenden Christus. Beleuchtet wird das Grab aus mit Wasser gefüllten farbigen Kugeln, hinter denen Öllämpchen angezündet werden und die Szenerie in ein mystisches, magisches und theatralisches Licht taucht. Der Brauch ist, am Karfreitag die Heiligen Gräber zu besuchen, was vor allem für Kinder interessant ist, weil es etwas zum Schauen gibt. Die Frauen im Bayerischen Oberland gingen früher in den ernsten Farben der Trauer zur Karfreitagsandacht, mit tief-lila Schürzen und Halstüchern.

Zum Karsamstag ist es dann mit der Trauer vorbei und die Bräuche sind wieder lustig und erbaulich. Der wichtigste Brauch war die Auferstehungsfeierlichkeit, wobei in manchen Gegenden der Leichnam Christi an Seilen bis unter das Kirchendach gezogen wurde. Diese barocke Handlung wurde jedoch abgeschafft und an ihre Stelle trat die Feier der Osternacht, mit der Weihe des Osterfeuers und des Taufwassers. Das Osterfeuer - ein glühender Baumschwamm - wird heute noch von den Kindern des Ortes von Haus zu Haus getragen, die dafür einen kleinen Obolus, in Form von Eiern, Süßigkeiten oder auch schon mal Geld erhalten. Zu Ostern gehört auch die Weihe des Osterkörbchens. In einem Weidekorb werden auf hübsch bestickten weißen Tüchern, Eier - vor allem das Antlassen, Brot, Salz, Speck u. ä. dekoriert und von den Kindern in die Kirche gebracht, wo die Gaben Gottes gesegnet werden. Diese Osterkörbchen beinhalten auch oft ein gebackenes Osterlamm. Das Lamm verkörpert Friedfertigkeit und durch sein weißes Fell auch Reinheit und gilt daher als symbolisches Tier für das Osterfest. Es steht für den unschuldigen Tod und das Leiden Jesu. In früheren Zeiten war der Lammbraten fester Bestandteil des Osterfestes. 

Ein Osterbrauch hat aus der Fränkischen Schweiz inzwischen in ganz Bayern erreicht. Zur Osterzeit werden Dorfbrunnen mit unzähligen bunten Eiern geschmückt. Sowohl die Eier als auch das Wasser gelten als ein Zeichen der besonderen Fruchtbarkeit. Mit dem Schmücken der Brunnen, will man den Fruchtbarkeitsgöttern ein Zeichen der Verehrung setzen. Im bayerischen Oberland hat sich ein Brauch erhalten, den man \\\"Schnapsmontag\\\" nennt. Da ziehen die Burschen zu den Häusern der Mädchen, um ihre Aufwartung zu machen. Für den Besuch bekommen sie dann ein Schnäpschen oder Kaffee und Kuchen. Und wenn ein junger Mann gar ein rotgefärbtes Ei von einem Mädchen geschenkt bekommt, dann weiß er, dass sie ihn mag.

Dem freudigen Ereignis geht die Karwoche voraus. Sie gilt als „Stille Woche“, in der früher körperliche Arbeit und Gerichtsbarkeit ruhten, Schulden nicht eingetrieben werden durften, Jagen, Tanzen und Lärmen im Allgemeinen verboten war. Dem Palmsonntag, der an Jesu Einzug in Jerusalem erinnert, folgen der Gründonnerstag, der die Wiederaufnahme der Büßer in die Gemeinschaft beinhaltet, und der Karfreitag, an dem Jesu Tod am Kreuz gedacht wird. Verzichtet werden soll an diesem Tag auf jede Art von Luxus, also auch auf Fleisch, das lange ein teures Gut war, weshalb der Brauch entstand, am Freitag Fisch zu essen. Am Karsamstag stehen die Vorbereitungen auf das Fest im Mittelpunkt. Dazu gehört das Schmücken geschnittener Birke-, Weiden- oder Haselnusszweige als Osterstrauß und das Abbrennen der zuvor gesegneten Osterfeuer. Der Ostersonntag beginnt für Gläubige mit dem Besuch des Gottesdienstes und dem gemeinsamen Brechen des vorangegangenen vierzigtägigen Fastens. Ab da beginnt die Osterzeit, die fünfzig Tage bis einschließlich Pfingsten dauert. 

Als Ersatz für die Kirchenglocken, die in den katholischen Kirchen vom Gründonnerstag bis zur Osternacht verstummen, praktiziert man in manchen Dörfern das „Karfreitagsratschen“. Hölzerne Ratschen, Klappern oder Knarren bilden den Ersatz für Orgel und Glocken.  

Ostern ist auch Zeit der Symbole.

Der Ursprung des Osterwassers liegt in heidnischer Zeit. Das Wasser gilt als Ursymbol des Lebens und der Fruchtbarkeit und wurde bei den Germanen zum Gedenken an die Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostera verehrt. In den Jahrhunderten nach Christus wurde es als Symbol für das Leben mit Ostern in Zusammenhang gebracht. So wurde schon seit dem 2. Jahrhundert das Taufwasser nur zwei Mal im Jahr geweiht, nämlich in den Nachtfeiern von Ostern und Pfingsten.

Nach dem Volksbrauch muss das Osterwasser in der Nacht von Samstag auf Ostersonntag zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang aus einem Bach geschöpft und schweigend nach Hause getragen werden. Es soll ein ganzes Jahr lang Augenleiden, Ausschlag und andere Krankheiten heilen, für ewige Jugend und Schönheit sorgen. Das Vieh soll vor Krankheiten geschützt werden, wenn es am Ostermorgen in die Bäche getrieben wird. Nach dem Volksglauben werden Kinder, die mit Osterwasser getauft wurden, besonders intelligent. Das heilige Wasser soll nun ein ganzes Jahr vor Krankheiten, Unglücken oder ähnlichen Ereignissen bewahren.
In verschiedenen Regionen Deutschlands wird aus Dankbarkeit zum lebensspendenden Wasser noch heute der Brunnen im Dorf geschmückt und mit Osterschmuck verziert.

Auch die Tradition des Osterfeuers reicht in die vorchristliche Zeit zurück. Bereits im Altertum war das Feuer heilig. Die Bedeutung der Frühlingsfeuer wurde im 8. Jahrhundert in Frankreich auf den christlichen Glauben übertragen. Der Sieg über den Winter und das Erwachen nach einer langen kalten Zeit wurden auf die Auferstehung Jesu umgedeutet, der als Licht der Welt die Finsternis erhellt.

Die Entzündung des heiligen Osterfeuers ist ein zentrales Ereignis für die Christen. Das Feuer wird am Samstag vor Ostern vor der Kirche entfacht und geweiht.

In der Osterkerze vereinigen sich die griechische, jüdische, römische und christliche Lichttradition. Das Licht gilt als Zeichen des Lebens. Die Osterkerze und die Lichtfeier zu Beginn der Liturgie haben ihre frühesten Wurzeln in der Sitte der alten Kirche, die Osternacht mit zahlreichen Kerzen zu erhellen. Zusätzlich gab es in der Stadt Rom den Brauch, die Osternachtsfeier mit zwei mannshohen Kerzen zu erleuchten.

Im christlichen Glauben ist die Osterkerze im 4. Jahrhundert nach Christus entstanden. In Piacenza wurde eine Osterkerze aus dem Jahre 384 gefunden. Alle Titelkirchen Roms verwandten die Osterkerze ab dem 7. Jahrhundert. 

Die Osterkerze symbolisiert den über Tod und Sterben siegenden auferstandenen Jesus Christus. Der Brauch, die Osterkerze an alle Kirchenbesucher weiterzugeben ist in Jerusalem als uralt bezeugt.

Ostereier: Der Brauch, zu Ostern Eier zu verschenken, hat verschiedene Ursprünge. Das Ei galt bereits früh in der Kulturgeschichte als Ursprungsort des Menschen oder gar des Universums. Bereits in der Urchristenzeit war es Sinnbild des Lebens und der Auferstehung, so dass in das Grab von Toten ein Ei mitgegeben wurde. Das Ei hält etwas verborgen, ist wie ein verschlossenes Grab. Aus einem scheinbar toten Körper schlüpft schließlich etwas Lebendiges. Damit wird die Beziehung zur Auferstehung Christi deutlich.

Auch die Frage nach der Ewigkeit kann durch die Form des Eies - ohne Anfang und Ende - und die Frage, ob zuerst Ei oder Huhn war, gedeutet werden. Daneben war das Ei im Mittelalter eine Berechnungseinheit für Pacht und Zins. An Ostern als feststehendem Zahlungstermin wurden als Gegenleistung für gepachtetes Land den Grundherren Eier überreicht. Zudem war während der Fastenzeit auch der Genuss von Eiern untersagt. Bis zum Osterfest, das die Fastenzeit beendet, sammelten sich somit viele Eier an.

Die Verbindung des Hasen mit Ostern hat verschiedene Ursachen: So ist in der byzantinischen Tiersymbolik der Hase ein Symbol für Christus, der im Tod das Leben gebracht hat: Da er keine Augenlider hat, schläft er mit »offenen Augen«. Zum anderen gilt der Hase wegen seiner starken Vermehrung mit bis zu 20 Jungen im Jahr als Symbol der Fruchtbarkeit und der Zeugungskraft, was zum Fest der Auferstehung und des Lebens passt. Das Bild des Hasen wurde dem Osterbrot aufgeprägt, in das ein Ei eingebacken war. Der Osterhasenbrauch entstand vor mehr als 300 Jahren in der Pfalz, dem Elsass und am Oberrhein. Erste Belege aus dem Jahre 1678 sind von Georg Franck von Franckenau, einem Medizinprofessor aus Heidelberg, überliefert.
Erst im 19. Jahrhundert setzte sich der Glaube an den Osterhasen generell durch. Dies gelang allerdings früher bei den Stadtkindern, denn bei der Landbevölkerung war wegen besserer Kenntnisse über die Hasen mehr Überzeugungskraft nötig, um an den Osterhasen zu glauben.

Auch die Terminierung des Osterfestes lässt eine Verbindung zum Hasen zu. Das Osterfest wird am ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes gefeiert und der Hase gilt als Mondtier.

Zum christlichen Osterfest gehört auch das Osterlamm. Entstanden ist das Osterlamm aus dem Ritual der Juden zum Passahfest ein Lamm zu schlachten und zu verspeisen.
Dabei wird das Lamm zum Gedenken an Gott geschlachtet. Im Christentum wurde das Tier symbolisch zum Lamm Gottes und wird, versehen mit der Fahne als Zeichen des Sieges, als Symbol des Lebens verstanden. Mit seinem weißem Fell ist es daneben auch ein Symbol für Reinheit und friedliche Lebensweise und soll damit als Zeichen des Friedens dienen und eine friedliche Lebensweise anmahnen. In der Gegenwart findet es sich aber meistens als Osterlamm auf der Speisekarte. Als Backwerk aus Rührteig bildet es außerdem reich verziert oft den Mittelpunkt des Ostertisches.

Welche Bedeutung haben Ostergeschenke?

In früheren Zeiten beschenkten sich die Menschen mit Ostereiern als Zeichen der Wiederauferstehung und des Lebens. Der Brauch, zu Ostern anderen Menschen Geschenke zu überreichen, ist noch recht jung. Zuerst waren es kleine Aufmerksamkeiten wie Schokoladenhasen und andere Süßigkeiten, doch heute ist Ostern ähnlich wie der Valentinstag ein kommerzieller Anlass. Spielzeuge, Schokolade, Plüschtiere, Blumen, Wellness-Geschenke, Bücher. Ostern ist ein perfekter Anlass, um jemandem eine Freude zu machen, ohne das Schenken zur lästigen Verpflichtung wird. Das ist der erste Schritt, um den Sinn von Ostern zu bewahren.

Weißblaue Ostern: Schöne und kuriose Bräuche um das heilige Fest

Neben Karfreitagsprozession und Speisenweihe gibt es in Bayern zahlreiche Osterbräuche – auch ganz ohne kirchlichen Hintergrund. 

Mit Ostern ist eine Vielzahl an Traditionen verbunden.Eine der bekanntesten und in ganz Bayern verbreitet ist wohl das „Palmtragen“ an Palmsonntag. Für die jungen Burschen in der Region ein ganz besonderer Tag. Ein traditioneller Brauch, der an den Einzug Jesu Christi in Jerusalem erinnert. Weil es aber bei uns keine Palmwedel gibt, wurden die „Kätzchen“ der Salweide zu „Palmkätzchen“ umfunktioniert. Die Weidenzweige für den großen Tag werden schon Wochen vorher besorgt. Denn an Palmsonntag haben sie in der Natur meist schon den gelben Blütenflor angelegt. Und das soll nicht sein. Die Zweige sollen als silbrige „Katzerl“ glänzen. So werden sie, wenn sie noch schön grau und flauschig sind, gepflückt und dunkel und kühl gelagert.

Gleichzeitig besuchen die Buben im Vorfeld Verwandte und Bekannte, um zu fragen, ob sie „an Palm bringen dürfen“. Und kaum einer, egal wie „g´schamig“, lässt sich das Geschäft mit den Palmbuschen entgehen – schließlich werden sie später von den Beschenkten recht großzügig entlohnt. Am Sonntag vor Ostern, dem Palmsonntag, haben sie dann ihren großen Auftritt. Mit Beginn der Karwoche werden die mitgebrachten Palmzweige in einem festlichen Gottesdienst samt Prozession geweiht. Dann tragen die Burschen die gesegneten Büschel aus. Geweihte Palmbuschen finden ihren Platz meist im Herrgottswinkel hinterm Christuskreuz und sollen Haus und Hof vor Unheil schützen. Wer am Palmsonntag als Letzter aufsteht, wird als Palmesel gehänselt – früher wurde er sogar in einen Sack gesteckt und in einer Schubkarre durchs Dorf gefahren.

Weihe für Feuer und Speisen

Einen christlichen Hintergrund findet man auch bei Speisenweihe und Osterfeuerlauf. Bei der Speisenweihe werden Körbe mit bunt gefärbten Eiern, Brot, Salz und gebackenem Osterlamm in der Kirche geweiht. Das Ei als wichtigstes Symbol des Osterfestes gilt als Lebensträger. Das Osterlamm steht sinnbildlich für Jesus Christus. Die Einwohner der Dörfer lassen hierbei in einem Weihekorb abgelegte Speisen in der Kirche segnen. Manchmal enthält der Korb lediglich gefärbte Eier, oft wurden zusätzlich Osterschinken, Brot, Salz, Butter, Wein, Obst und andere Leckereien hineingelegt. Jede der Speisen hat dabei ihre eigene Bedeutung. So sind etwa Eier ein Symbol für den Neubeginn, während Wein gemeinhin als Zeichen des Lebens gilt.

Die geweihten Speisen werden beim traditionellen Osterfrühstück verzehrt, die Eierschalen auf Feldern und Gärten vergraben. Sie sollen Segen und Fruchtbarkeit für die Ernte bringen. Weniger bekannt, doch noch in einigen Gemeinden gepflegt, ist das „Osterfeuerlaufen“. Die Burschen des Dorfes entzünden zu diesem Zweck trockene Baumschwämme am Osterfeuer und tragen damit das Feuer in alter Tradition von Haus zu Haus, wo jeweils ein glühendes Stückchen Schwamm zum Schutz des Hauses und seiner Bewohner ins Herdfeuer geworfen wird.

Osterbäume

Im Chiemgau und Berchtesgadener Land wurden früher - und heute in teilweise abgewandelter Form - sogenannte Osterbäumeaufgestellt. Diese Bäume gelten als Zeichen des Lebens und des Frühlings.Dazu wurde die Rinde entfernt. Stattdessen band man Büschel aus Buchsbaum an die Äste und verzierte sie mit zwölf Ostereiern. Diese zwölf stehen symbolisch für die zwölf Apostel. Früher war es Brauch, dass auf der Spitze ein Lamm oder Hase festgebunden war.

Vom „Hiarten“ und „Oarscheibn“

Untrennbar mit Ostern verbunden sind auch verschiedenste Spiele und Bräuche, die sich rund ums Osterei entwickelt haben.Sie stammen aus einer Zeit, in der noch um Nahrung gerungen werden musste, weil sie über das Jahr knapp wurde. Sicherlich am bekanntesten und heute immer noch vielerorts praktiziert ist das sogenannte „Hiarten“ – auf Hochdeutsch „Eierpicken“. Eine Art Duell mit bemalten, hart gekochten Eiern, das nur zu Ostern zelebriert wird. Zwei Spieler schlagen dabei ihre Eier mit der spitzen Seite gegeneinander. Wessen Ei reißt oder splittert, der hat verloren und muss sein Ei an den Gewinner abgeben. Oder das Nach dem gleichen Prinzip, nur in einem anderen Wettbewerb, ergattert man beim „Osteroarscheiben“ die hartgekochten Eier. Auf einer schiefen Ebene aus Holz, einen Meter lang und mit vier Zentimeter breiten Rinnen, lassen die Teilnehmer ihre bunten Eier hinunterkullern. Das Osterei, das in der Wiese am weitesten rollt, gewinnt und sein Besitzer darf alle anderen Eier mit nach Hause nehmen. 

Datum: 06.04.2020