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Bergwandertipp: Weitlahnerkopf

Weitlahnerkopf (1.615 m) – im Schatten von Kampenwand und Geigelstein.

Lohnend und interessant über Wiese, Steig und Wald; alles andere als überlaufen.

Der Achentaler Berg gehört zu den Chiemgauer Alpen West, Berge zwischen Priental und Tiroler Ache. Der Weitlahnerkopf ist sicher nicht der Berg, der sich zahlreichen Besuchs erfreuen kann, aber er liegt auch am Fernwanderweg E4. Dazu ist der Aufstieg über die steile Nordflanke zu anspruchsvoll; im oberen Kaminteil ist das sogar ein wenig wie Klettern, gesichert durch einige Seile. Aus Süden ist er zwar vergleichsweise flach, liegt aber voll in der Sonne. Der namensgebende Felsenkopf mit dem Gipfelkreuz liegt nämlich am östlichen Ende eines Kammes, der sich vom Tauron (1738 m) ostwärts erstreckt und leicht abfällt. Außerdem bietet der Berg eine sehr gute Fernsicht nach Norden zur Kampenwand und den westlich davon liegenden Mehlbeerwänden mit der Hofbauernalm. In der Tiefe sind die beiden Dalsenalmen zu erkennen. In südlicher Richtung liegen Roßalpenkopf, Latschkogel und Ahornkopf; sie bilden die Vorberge zum Geigelstein. Das ganze Gebiet ist ein riesiges Naturschutzgebiet bis nach Mühlau und Schleching.

Südlich liegt die Haidenholzalm, bestehend aus dem „Weberbauer-Kaser“ und dem „Linner-Kaser“. Beide haben sind bewirtet mit Verpflegung für Wanderer. An der Nordseite gibt es die hintere Dalsenalm mit drei Hütten, offiziell nicht geöffnet, während die vorderen Dalsenalm, nur etwa ein km östlich davon, der „Huber-Kaser“, und „Feichten-Kaser“ bewirtschaftet sind. Diese beiden Hütten haben für Wanderer geöffnet, aber nicht durchgehend.

Zwischen Kampenwand und Geigelstein im Chiemgau in Oberbayern liegt der Weitlahnerkopf (1.516 m). Es herrscht dort nicht so viel Trubel wie auf seinen bekannten Nachbarn, die Route ist abwechslungsreich und landschaftlich sehr reizvoll und am Gipfel wird man mit einer fantastischen Aussicht für seine Mühen belohnt.
Im ersten Teil geht es mittelschwierig dahin, steiler ist dann der Aufstieg von der Dalsenalm auf den Weitlahnerkopf und im finalen Stück, am Gipfelfels mit seinen kleinen drahtseilgesicherten Passagen, sind Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gefragt. 
Der Weg am Boden nicht unbedingt durchgehend sichtbar. Ausgesetzte Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein. Eventuell braucht man die Hände fürs Gleichgewicht. Zum Teil exponierte Stellen mit Absturzgefahr, Geröllflächen, weglose Schrofen. Gute Trittsicherheit. Gute Trekkingschuhe. Durchschnittliches Orientierungsvermögen. Elementare alpine Erfahrung.

Parkplatz Austraße Schleching West. Vom Parkplatz den Waldweg geradeaus weiter gehen, der – immer schmäler werdend – durch den Wald geht. An der Abzweigung zur Blasialm geradeaus weiter. Später in einer Rechtskurve nach links auf einen Steig (Wegweiser) abbiegen, der weiter oben wieder auf die Schotterstraße einmündet. Darauf weiter bis zur Haidenholzalm. Auf dem ersten Kaser (Weberbauer-Kaser) einkehren. Am Linner-Kaser vorbei steil bergauf gehen und später die offene Flanke des Weitlahnerkopfes schräg kreuzen. An der Einmündung auf den Fernwanderweg nach rechts leicht bergab weiter zum Gipfelkreuz. Wenige Meter vor dem Gipfelkreuz durch die Latschen den Abstieg durch den Kamin finden (ich musste auch erst suchen) und die Nordflanke in mehreren Serpentinen kreuzen. Am Sattel nach rechts zur hinteren Dalsenalm weiterwandern. An der mittleren Hütte vorbei über die Wiese und durch den Wald kommt man zur vorderen Dalsenalm. Am Feichten-Kaser einkehren. Von dort auf der Zufahrtstrasse entlang des Mühlbaches ins Tal wandern. An der Strasse überrascht der Wasserfall am Mühlbach. Das Wasser stürzt etwa 40 m über eine Felsenwand in den darunter fließenden Bach.

Hier geht’s weiter dem Dalsenbach nach Mühlau folgen und dort Richtung Schleching an der Kapelle vorbei marschieren. Schlussendlich nimmt man den Mühlberg-Rundweg und erreicht dann Richtung Ettenhausen den Ausgangspunkt.

Tourdaten: Aufstieg:  3:45 Stunden, Abstieg:  2:30 Stunden, 1200 Höhenmeter

Charakter: Insgesamt mittelschwierige Bergwanderung. Der Anstieg von der Dalsenalm zum Weitlahnerkopf ist teilweise recht steil. Am Gipfelaufbau warten kleine drahtseilgesicherte Felspassagen. Hier ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig. Der Weiterweg vom Weitlahnerkopf über die Rossalm zum Geigelstein ist einfach. Bei Nässe sind die Wege im Bereich der Rossalm sehr mühsam. Gibt man sich mit dem Weitlahnerkopf zufrieden und geht man den gleichen Weg zurück, gilt es insgesamt 970 Höhenmeter zu bewältigen.
Im Gegensatz zu seinen beiden prominenten Nachbarn geht es am Weitlahnerkopf eher ruhig zu. Wer der Besteigung des Weitlahnerkopfs noch die Krone aufsetzen möchte, der wandert vom Gipfel weiter über die Rossalm zum Geigelstein und steigt über die Priener Hütte oder über die Wuhrstein Alm nach Schleching/ Ettenhausen ab.

Eine Erweiterung der Tour ist als Überschreitung zum Geigelstein möglich. Weiterweg zum Geigelstein (vom 1. April bis 31. Mai ist dieser Weg gesperrt!): Wir verlassen den Gipfel des Weitlahnerkopfs und wandern über den Hinweg zurück. Nun lassen wir aber den Abzweig beim Latschendurchschlupf rechts liegen und folgen dem Pfad immer geradeaus in südwestlicher Richtung. Nach zehn Minuten treffen wir auf den Weg, der von Schleching herauf führt. Wir gehen immer weiter geradeaus und erreichen kurz darauf die Hochfläche der Rossalm. Bei einem Wegweiser halten wir uns links Richtung Geigelstein und wandern über die Almwiesen auf die bereits sichtbaren Gebäude der Rossalm zu. Am ersten Gebäude angelangt biegen wir rechts ab und gelangen kurz darauf zum Hauptgebäude, an dem es zur Almsaison Brotzeiten und Getränke zu kaufen gibt.

Vor dem Hauptgebäude der Rossalm stehend wenden wir uns nach links und steigen über einen steinigen Weg zu einem grasigen Rücken hinauf (Wegweiser \"Geigelstein\"). Vor uns erhebt sich nun ein latschenbewachsener Buckel. Wir wenden uns nach schräg rechts und gehen in südlicher Richtung rechts am Latschenhügel vorbei. Kurz darauf erblicken wir vor uns den Rossalpenkopf. Wir steuern auf den Gipfelaufbau zu und queren an seiner rechten (westlichen) Seite vorbei. Nach der Querung wandern wir zu einem Sattel hinauf und treffen dort auf den Anstiegsweg von der Priener Hütte. Linker Hand sehen wir nun den Gipfelaufbau des Geigelsteins. Am Sattel wenden wir uns also nach links, folgen kurz dem Kammverlauf und steigen dann innerhalb von knapp 20 Minuten durch eine Latschengasse zum Gipfelkreuz und zur kleinen Gipfelkapelle hinauf.

Datum: 25.06.2018