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Neuerungen im Pflegebereich

Wichtiges zur Einstufung des Pflegegrads und zum Pflegegeld

Das Pflege-Stärkungsgesetz II im Alltag bei Tages- und Kurzzeitpflege

Mit dem relativ neuen Prüfverfahren überprüfen Gutachter oder Prüforganisationen alle neuen Antragsteller auf Pflegeleistungen persönlich anhand eines Fragenkatalogs auf den Grad ihrer noch gegebenen Selbstständigkeit. Entsprechend des Gutachtens entscheidet die zuständige Pflegekasse, ob der Versicherte einen Pflegegrad erhält oder eine Ablehnung bekommt.mEin Punktesystem entscheidet wie selbstständig ein Antragsteller ist: Je mehr Punkte der Patient erhält, umso höher ist der Pflegegrad und umso mehr Pflege und Betreuung genehmigt seine Pflegekasse.

  1. Pflegegrad 1: Geringe Einschränkung der Selbständigkeit (12,5 bis unter 27 Punkte)
  2. Pflegegrad 2: Erhebliche Einschränkung der Selbständigkeit (27 bis unter 47,5 Punkte)
  3. Pflegegrad 3: Schwere Einschränkung der Selbständigkeit (47,5 bis unter 70 Punkte)
  4. Pflegegrad 4: Schwerste Einschränkung der Selbständigkeit (70 bis unter 90 Punkte)
  5. Pflegegrad 5: Schwerste Einschränkung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung (90 bis 100 Punkte).

Pflegebedürftige mit speziellen Umständen, also die Härtefälle mit Pflegestufe 3, die außergewöhnlich hohen Hilfebedarf mit besonderen Anforderungen an die Pflegeversorgung benötigen, können Pflegegrad 5 erhalten, auch wenn die 90 Punkte bei der Einstufung noch nicht erreicht werden.

Warum Pflegegrade statt Pflegestufen? Zuvor hatte die deutsche Pflegeversicherung viele Menschen mit Demenz benachteiligt, weil sie körperlich meist noch gesund sind, aber trotzdem viel Betreuung und Zuwendung brauchen. Genehmigt wurden nur körperliche Erkrankungen und die notwendigen Pflegehilfen bei Körperpflege, Ernährung und Bewegung durch die Pflegekassen über die Pflegestufen 1, 2 oder 3 und die damit verbundenen Pflegeleistungen.

Dieses Pflegestärkungsgesetz II brachte so endlich eine völlige leistungsrechtliche Gleichstellung von demenzkranken und körperlich erkrankten Pflegebedürftigen: Daher erhalten Demenzkranke und körperlich Pflegebedürftige, die den gleichen Pflegegrad erhalten und somit ähnlich unterschiedlich selbstständig eingeschätzt werden, Anspruch auf die gleichen Leistungen ihrer Pflegekassen. Wichtig ist es auch, dass bei der Umwandlung einer Pflegestufe in einen Pflegegrad keiner schlechter gestellt wurde – dafür sorgt der Bestandsschutz. Die Umwandlung der Pflegestufen in Pflegegrade erfolgte auf Basis eines gesetzlich geregelten Systems, einer Pflegegrade-Tabelle, die neben der vorhandenen Pflegestufe auch von der eingeschränkten Alltagskompetenz abhängt. Bei der Einordnung in die Pflegestufen helfen Ihnen unsere Alten- und Pflegedienste im Achental, damit der Pflegegrad richtig bestimmt und das entsprechende Pflegegeld sicher beantragt wird.

Pflege I: Nachrichtlich sind die gesetzliche Pflegekassen verpflichtet, dem wieder innerhalb von 25 Tagen mitzuteilen, wie über seinen Antrag auf Pflegebedürftigkeit entschieden wurde.

Pflege II: Seit dem 1. Juli letzten Jahres haben Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung, die gesetzlich versichert sind, einen höheren Anspruch auf Vorsorge beim Zahnarzt. Sie können einmal im Kalenderjahr eine Untersuchung von Zähnen, Zahnfleisch und Schleimhäuten durchführen lassen.

Die geltenden Hauptleistungsbeiträge der fünf neuen Pflegegrade stellen sich wie folgt dar:

Leistungen bei monatlicher ambulanter Pflege

                                                           PG 1               PG 2              G 3                 PG 4

Geldleistung ambulant             316  €             545 €             728 €              901 €

Sachleistung ambulant            689  €          1.298 €         1.612 €             1.995 €

Monatliche Leistungen bei teilstationärer und stationärer Pflege

                                                                          PG 1                   PG 2             PG 3                 PG 4                 PG 5

Leistungsbetrag, teilstationär                                             689 €         1.298 €             1.612 €             1.995 €

Leistungsbetrag, stationär                     125 €                    770 €         1.262 €             1.775 €             2.005 €

Individuell kombiniert: Ambulante Geld- und Sachleistung

Die Kombination aus ambulanter Geldleistung und ambulanter Sachleistung bzw. Pflegesachleistung ist dann möglich, wenn man die Pflege optimal auf die individuellen Bedürfnisse abstimmen will. Wird eine Kombileistung bezogen, vermindert sich das Pflegegeld in dem Maß, wie auch der Wert der Pflegesachleistungen dann zunimmt.

Zwei Werte gelten für den Eigenanteil, den jeder Pflegebedürftige für seine stationäre Pflege entrichten muss. Jeder Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2-5 muss einen Eigenanteil entrichten, der sich generell auf 580 € beläuft. Verpflegungskosten, Kosten für Unterkunft und andere notwendige Investitionen werden noch dazugerechnet. Diese hängen individuell von der Einrichtung ab. Der Eigenanteil ist allerdings nur zu entrichten, wenn man vollstationär gepflegt wird, also in einem Pflegeheim lebt. Wohnt ein Patient in einer Pflege-WG, muss der Eigenanteil nicht entrichtet werden, denn dabei handelt es sich um eine ambulante Wohnform.

Eine pflegebedürftige Person erhält, je nach Pflegeform, entweder Pflegegeld, Pflegesachleistungen oder den stationären Leistungsbetrag. Hinzu kommt bei ambulant Gepflegten noch der Entlastungsbeitrag. Diese Leistung richtet sich nach §45b, SGB XI. Seit Anfang 2015 zählen zusätzliche Entlastungsleistungen mit dazu. Diese Leistungen erstrecken sich auf die folgenden Bereiche: Alltagsbegleitung, die bei Dingen, die die pflegebedürftige Person noch selbst erledigen kann, Hilfestellung bietet sonstige Dienstleistungen, generell alle Tätigkeiten, die Entlastung verschaffen wie meist Haushaltshilfe, Alltagsbegleitung und Pflegebegleitung. Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen entsprechen 125 € monatlich, unabhängig vom Pflegegrad. In Anspruch nehmen kann sie also jeder, der seinen gewöhnlichen Alltag nicht mehr selbst bewerkstelligen kann und der ambulant gepflegt wird.

Zu mehr Informationen zu den Betreuungs- und Entlastungsleistungen fragen Sie unsere Pflegeeinrichtungen, -häuser und –dienste.

Die nach §87b SGB XI geregelten Vergütungszuschläge sind gewissermaßen das Gegenstück der Betreuungs- und Entlastungsleistungen für stationär gepflegte Menschen. Das Geld wird dem Pflegeheim ausbezahlt. Das Heim muss dann belegen, dass es zusätzliche Betreuung und Aktivierung der Heimbewohner anbietet.

Die Verhinderungspflege wird auch beantragt, wenn eine private Pflegeperson kurzfristig ausfällt. So kann für maximal 42 Tage jährlich eine professionelle Pflegekraft die private Pflegeperson vertreten. Gelder der Verhinderungspflege umfassen maximal 1.612 € im Kalenderjahr. Die tatsächliche Summe hängt aber davon ab, wer die Pflege ausführt.

Medizinische Hilfsmittel und Pflegemittel

Pflegekassen zahlen Zuschüsse für unterschiedlichste Hilfsmittel. Das gilt zum Beispiel für Messgeräte, aber auch ein Hausnotruf wird mit 18,36 € monatlich und einmalig 10,49 € (für den Anschluss) unterstützt. Alle notwendigen Gebrauchsmittel werden mit insgesamt 40 € monatlich pauschal subventioniert. Mit der Pflegereform, die seit 2017 gilt, entfällt die Antragspflicht. So bedeutet es, dass alle Hilfsmittel und Pflegemittel, die von einem Gutachter als nötig erachtet werden, unmittelbar als beantragt gelten, wenn die Betroffenen sie auch erhalten wollen. Wurde man einem Pflegegrad zugeordnet, hat man Anspruch auf kostenlose Beratungen. Dies gilt für Pflegebedürftige und deren Angehörige.

Die Übersicht der Begutachtungskriterien kompakt.

In der neuen Einteilung werden folgende sechs Bereiche begutachtet. Jeder Pflegegrad hat in diesen sechs Bereichen Richtwerte, in denen sich die Begutachter bei der Bewertung wiederfinden können.

Mobilität. Inwiefern ist freie Bewegung (aufrechtes Sitzen, Gehen, Positionsveränderungen im Bett) möglich?

Kognitive und kommunikative Fähigkeiten. Können noch Entscheidungen gefällt, Orte und Personen erkannt, komplexe Handlungen durchgeführt werden?

Verhaltensweisen und psychische Problemlagen. Gibt es motorische, (auto)aggressive Auffälligkeiten im Verhalten? Bestehen (irrationale) Ängste, Wahnvorstellungen, Depressionen?

Selbstversorgung. Inwiefern liegt die Fähigkeit vor, die Körperpflege, das An- und Auskleiden, die Ernährung etc. noch selbstständig zu vollziehen?

Umgang mit krankheits-/therapiebedingten Anforderungen. Wie viel Unterstützung ist im Bereich der krankheitsbedingten Anforderungen (z.B. bei der Medikamentengabe oder dem Verbandswechsel) notwendig?

Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte. Kann der Tagesablauf noch selbstständig gestaltet und an eventuelle Veränderungen angepasst werden? Wird mit anderen Menschen normal kommuniziert?

 Auch pflegende Angehörige haben Anspruch auf Leistungen vom Staat und der Pflegeversicherung.

Das Pflegegeld wird allen Pflegebedürftigen gezahlt, die ambulant von Angehörigen gepflegt werden. Der Pflegebedürftige darf frei über das Pflegegeld verfügen. Allerdings ist es primär dazu da, dem Angehörigen als finanzielle Anerkennung weitergegeben zu werden. Wie hoch die Zahlung des Pflegegeldes ist, hängt vom jeweiligen Pflegegrad des Pflegebedürftigen ab. Sobald Sie einen pflegebedürftigen Angehörigen mindestens 10 Stunden, verteilt auf mindestens zwei Tage in der Woche, pflegerisch unterstützen, gelten Sie als Pflegeperson gemäß der Definition der Pflegeversicherung. Wenn Sie zudem nicht mehr als 30 Stunden pro Woche erwerbstätig sind, unterstützt die Pflegeversicherung Ihre Beiträge zur Rentenversicherung; ausschlaggebend dafür ist der Pflegegrad des Angehörigen und die Art der Pflegetätigkeit. Zudem besteht besteht die Möglichkeit zur Erhöhung des Rentenanspruchs bei Pflegesachleistungen.

Datum: 29.01.2018